Januar

1.1. Denke immer an das Ende, da die verlorene Zeit nicht zurückkehrt.

2.1. Zeit ist nur ein Bach, in dem ich angeln gehe

3.1. Wie weise und glücklich ist der, welcher so lebt, wie er am Ende wünschen wird, gelebt zu haben.

4.1. Dass uns Dinge begegnen, die uns lästig und durchaus zuwider sind, das ist für uns sehr gut. Denn sie treiben den Menschen, der aus seinem Innern geflohen ist, wieder      in sein Herz zurück..

5.1. Wenn du innerlich gut und lauter wärest, dann würdest du alles viel leichter sehen und wohl verstehen.

6.1. Nirgendwo in der Welt ist ein so großes Wunder geschehen wie in jener kleinen Hütte zu Bethlehem. Hier sind eins geworden: Gott und Mensch

7.1. Wo Demut ist, da ist steter Friede. Wo aber der Stolz herrscht, da ist Eifersucht, da ist Zorn und eine ganze Hölle voll Unruhe.

8.1. Gewohnheit wird durch Gewohnheit überwunden.

9.1. Was du bist, das bist du, und alle Worte der Menschen können dich nicht größer reden als du im Urteil Gottes wirklich bist.

10.1. Du sollst dankbar sein für das Geringste, und du wirst würdig sein, Größeres zu empfangen.

11.1. Freude wird jedes mal dein Abendbrot sein, wenn du den Tag nützlich zugebracht hast.

12.1. Ein Herz, das unbeständig und leer an guten Gedanken ist, wird bald ein Nest für den Teufel.

13.1. Ein leerer Wahn ist es, nach vergänglichem Reichtum die Hand auszustrecken und darauf seine Hoffnung zu bauen.

14.1. Kein Ding auf Erden schadet dir mehr als du dir selbst mit deiner Liebe zu dir.

15.1. Viele suchen in allem, was sie anfangen, heimlich nur sich selbst, ohne es zu merken.

16.1. Willst du Frieden und Eintracht mit anderen bewahren, so bleibt dir kein Weg, als dich in tausend Dingen überwinden zu lernen.

17.1. Die Fähigkeit, friedlich inmitten verstockter und verderbter Menschen zu leben, ist eine Gnade und äußerst rühmenswert.

18.1. Es ist kein Geschöpf so klein und unbedeutend, dass es nicht eine Spur der Güte Gottes an sich trüge.

19.1. Jedermann lobt die Geduld, wiewohl wenige sind, die leiden wollen.

20.1. Man muss vieles, das unser Ohr trifft, nicht hören, als wäre man taub, und dafür Sinn und Verstand auf das richten, was dem Herzen den Frieden bringt.

21.1. Was der Zeit unterworfen ist, das gebrauche; was ewig ist, danach strebe.

22.1. Liebe ist eine wunderbare Sache, das höchste Gut, das jede Last leicht erscheinen lässt.

23.1. Viel bewirkt, wer viel liebt.

24.1. Die menschliche Vernunft ist schwach und dem Irrtum verfallen; der wahre Glaube aber kann nicht irren.

25.1. Was der Mensch an sich oder anderen nicht bessern kann, das muss er mit Geduld ertragen, bis Gott es anders macht.

26.1. Ein friedfertiger Mensch bewirkt mehr Gutes als ein gelehrter.

27.1. Wem alles eins ist, wer alles auf das Eine bezieht und in dem Einen alles erkennt, der kann ruhigen Herzens sein und den Frieden in Gott bewahren.

28.1. Bewahre zuerst Frieden und Ordnung in dir selbst, dann magst du auch Frieden und Ordnung in anderen herstellen.

29.1. Wenn du darauf achtest, wie du bei dir im Innern bist, so wirst du dich nicht mehr sorgen, was die Leute über dich reden.

30.1. Wer sich weder durch Lob verführen noch durch Tadel in Verwirrung bringen lässt, der besitzt großen Herzensfrieden.

31.1. Tue, was an dir ist, und Gott wird deinem guten Willen zu Hilfe kommen.

Februar

1.2.  Ohne Arbeit gelangt man nicht zur Ruhe und ohne Kampf nicht zum Sieg.

2.2.  Lerne Geduld mit fremden Fehlern; denn siehe, du hast auch viel an dir, was andere tragen müssen.

3.2.  Wir wollen immer, dass andere gegen uns vollkommen seien, und wir wollen doch selbst unsere eigenen Mängel nicht bessern.

4.2.  Wenn wir vor dem letzten großen Gericht stehen, wird man uns nicht fragen, was wir gelesen, sondern was wir getan haben.

5.2.  Verachte keinen, schade keinem. habe Mitleid mit den Bedrängten, komme den Bedürftigen zu Hilfe und erhebe dich niemals.

6.2.  Denke nicht so viel darüber nach, wer für oder gegen dich ist, verwende lieber all deine Sorge darauf, dass Gott bei allem mit dir ist!

7.2.  Liebe ist wachsam, und selbst im Schlaf wacht sie noch. Auch wenn sie ermüdet, erschöpft sie sich nicht, und wenn man sie bedrängt, lässt sie sich nicht bezwingen.

8.2.  Wehe denen, die zu groß sind, um mit den Kleinen klein zu werden.

9.2.  Wer die Dinge so fasst, wie sie sind, nicht wie sie genannt oder gepriesen werden, der ist wahrhaft weise und mehr von Gott als von den Menschen gelehrt.

10.2. Je mehr der Mensch in sich einig und rein ist, desto mehr und tiefere Wahrheiten erkennt er ohne Mühe, weil von oben her sein Geist erleuchtet wird.

11.2. Verlass alles, so findest du alles; lass deine Begierde, so findest du Ruhe.

12.2. Klein ist doch alles und von kurzer Dauer, was zeitlich ist und deshalb mit der Zeit vorübergeht.

13.2. Wir würden viel Frieden haben, wenn wir uns nicht soviel mit dem, was andere reden und tun beschäftigen würden, was uns nichts angeht.

14.2.  Wer weise liebt, sieht nicht so sehr auf die Gaben dessen, der liebt, als auf die Liebe dessen, der gibt.

15.2.  In deiner Zelle erlangst du wieder, was du draußen häufig verlierst.

16.2.  Wer etwas Eigenes haben will, verliert das Gemeinsame.

17.2.  Ich habe beschlossen: Ich werde mich dem Bösen widersetzen. Aber schon die kleinste Versuchung treibt mich in die Enge. Was anfangs unbedeutend erscheint, wird schnell zur heimtückischen Falle.

18.2.  Der vollkommenste Sieg ist sich selbst überwinden.

19.2.  Wenn man alles gelesen und durchforscht hat, so lautet der Schluss, dass man durch Drangsal in das Reich Gottes eingehen muss.

20.2.  Das sollte unsere Lebensart sein, sich selbst zu besiegen; täglich in der Kraft und im Guten zu wachsen.

21.2.  Besitzest du wirklich etwas Gutes, so glaube von anderen Besseres, damit du Demut bewahrst.

22.2.  Wenn das Leben mit dem Wissen in Einklang steht, dann hat man recht studiert.

23.2.  Sag mir, wo bist du daheim, wenn nicht bei dir selbst?

24.2.  Wer sich durch jede leise Eingebung seines Feindes ziehen und wie im Kreise umhertreiben lässt, der verrät dass er eine kleine Seele und wenig Herz hat.

25.2.  Gott wägt die Handlung mehr nach der Meinung ab, in der sie geschieht, als nach der Größe des verrichteten Werkes.

26.2.  Wie jeder in seinem Inneren ist, so ist sein Urteil über äußere Dinge.

27.2.  Wer in seinem Innern geordnet und wohlbestellt ist, der kümmert sich nicht um das sonderbare und verkehrte Treiben der Menschen. Nur soweit wird der Mensch gehindert und zerstreut, als er von den Dingen in sich aufnimmt.

28.2.  Der wahre Herzensfriede wird gefunden, nicht indem man seinen eigenen Willen und Begierden dient, sondern indem man Ihnen widerstrebt.

März

1.3.   Viele folgen Jesus nach bis zum Brotbrechen beim Abendmahle, aber wenige bis zum Trinken aus dem Leidenskelche.

2.3.   Wer hat einen härteren Kampf zu bestehen als der, der sich selbst besiegen will?

3.3.   Denke immer an das Ende, zumal auch, da die verlorene Zeit nicht zurückkehrt.

4.3.   Die ganze Heilige Schrift muss man in dem Geiste lesen, in dem sie geschrieben ist.

5.3.   Am Tage des Jüngsten Gerichts wird man uns nicht fragen, was wir gelesen, sondern was wir getan haben; nicht fragen, wie schön wir gesprochen, sondern wie fromm wir gelebt haben.

6.3.   Wer bei Jesus wohlgeduldet ist, der ist der Reichste unter den Reichen.

7.3.   Was aber aus Liebe geschieht, das ist groß, das bringt reiche Frucht, so gering und ungeachtet es im Auge des Menschen immer sein mag.

8.3.   Groß, wahrhaftig groß ist doch nur der, der große Liebe besitzt.

9.3.   Oft sehen meine Augen Schuld, wo die Menschen loben und rühmen.

10.3.  Versuchungen und Trübsal sind der Prüfstein, der den ganzen Wert des Menschen entscheidet.

11.3. Ohne innere Liebe ist alles äußere Tun nichts nutze. Was aber aus Liebe geschieht, das ist groß, das bringt reiche Frucht, so gering und ungeachtet es im Auge des Menschen immer sein mag.

12.3.  Die Gelegenheiten machen den Menschen nicht erst schwach und gebrechlich, sondern sie zeigen nur, wie schwach und gebrechlich er schon ist.

13.3.  Um eine geringe Stelle läuft man meilenweit, aber um des ewigen Lebens willen heben viele den Fuß nicht auf.

14.3.  Hohe Erkenntnis und Einsicht in die göttlichen Geheimnisse fordert Gott nicht von dir. Wenn du nicht einmal verstehst und begreifst, was unter dir ist, wie wirst du begreifen, was über dir ist?

15.3.  Wahrheit muss man suchen, nicht Beredsamkeit.

16.3.  Ein reiner, einfältiger und fester Geist lässt sich nicht durch viele Geschäfte zerstreuen, weil er alles zur Ehre Gottes tut und in sich ruhig von allem Eigennutze frei zu sein bemüht.

17.3.  Sobald ein Mensch eine unordentliche Begierde in sich nährt, so ist der Hausfriede seines Herzens gestört.

18.3.  Lobe Jesus in den Stunden der heißesten Angst wie in den Stunden höchsten Jubels.

19.3.  Zwei Flügel erheben den Menschen über das Irdische: Einfalt und Lauterkeit. Einfalt in der Absicht, Lauterkeit in der Liebe. Die Einfalt sucht Gott, die Lauterkeit findet ihn.

20.3.  Gott vermag mehr zu wirken, als ein Mensch begreifen kann.

21.3.  Das ist höchste Weisheit: sein Herz zu göttlichen Dingen erheben und durch Gleichgültigkeit der Welt gegenüber zum Himmel streben.

22.3.  Wer mit sich selbst im Frieden lebt, denkt von niemandem Arges.

23.3.  Ich höre oft, es sei viel besser, sich raten zu lassen, als anderen Rat zu geben.

24.3.  Der Gute und Gottesfürchtige ordnet zuvor in seinem Innern seine Handlungen, ehe er sie wirklich vollbringt und lässt sich nicht durch die Wünsche der sündlichen Lust bestimmen, sondern er beherrscht sie nach dem Gebote der Vernunft.

25.3.  Rede zu uns, Herr, wir möchten hören. Lass nicht zu, dass dein Wort dadurch zum Gericht wird, dass wir es hören, aber nicht lieben; dass wir es glauben, aber ihm nicht gehorchen.

26.3.  Der Mensch schlägt vor, aber Gott ordnet an.

27.3.  Auf der Waage Gottes wiegt das, was dich zum Tun treibt, ungleich mehr als die Tat selber.

28.3.  Das Feuer prüft das Eisen, und die Versuchung den Gerechten.

29.3.  Verlass dich, entsage dir und du wirst großen innerlichen Frieden genießen. Gib alles um alles hin, suche dir nichts aus, begehre nichts mehr zurück.

30.3.  Wenn Jesus im Innern nicht spricht, so ist alle Tröstung vergeblich. Wenn Jesus aber auch nur ein einziges Wort spricht, ist großer Trost zu verspüren.

31.3.  Weil keine Kreatur die Freude zu fassen vermag, die Gottes würdig wäre, darum geht diese ganz und gar vollkommene Freude nicht in den Menschen ein, sondern der Mensch tritt in sie ein.

April

1.4.   Wenn du willst, dass Finsternis um mich her werde, so preise ich dich im Finstern, und wenn du willst, dass Licht um mich her werde, so preise ich dich im Licht.

2.4.   Lerne so zu leben, dass dir die Todesstunde lieblich wird. Behalte dein Herz frei in steter Richtung nach oben zu Gott, denn es ist für dich hienieden keine bleibende Stätte.

3.4.   Wer in Trübsal und Versuchung beständig und inbrünstig betet, der kämpft mit Jesu im Todeskampf wider den Teufel.

4.4.   Ein friedvoller Mensch wendet alles zum Guten. 5.4. Nirgendwo habe ich mehr Ruhe gefunden als in Wäldern und in Büchern.

5.4.   Nirgendwo habe ich mehr Ruhe gefunden als in Wäldern und in Büchern.

6.4.  Warum suchst du die Ruhe, da du zur Arbeit geboren bist ?

7.4.   Wie glücklich und weise ist der Mensch, der so zu leben bestrebt ist, wie er im Tod befunden zu werden wünscht.

8.4.   Es ist leichter, ganz zu schweigen, als sich im Reden zu mäßigen.

9.4.   Niemand ist weiser als wer seine Seele immerdar in  Händen trägt. Es hat der Mensch keinen kostbareren Schatz als seine Seele. Er muss also wachen und beständig auf der Hut sein, weil dem Heil der Seele nichts gleich kommt.

10.4.  Nur so viel kommst du voran, als du dir selbst Gewalt antust.

11.4.  Wer am besten zu leiden versteht, der kann am besten Frieden haben.

12.4.  Alle Liebe, deren Band nicht Ich knüpfte, ist weder wahr noch rein.

13.4.  Wäre ein Herz recht gerichtet, so wäre jedes Geschöpf für dich ein Spiegel des Lebens.

14.4.  Was hindert und belästigt dich mehr als die unbezwungene Begierde deines Herzens?

15.4.  Sieh doch, wie fern du noch bist von der wahren Liebe und Demut, die über keinen Menschen zornig oder unwillig werden kann als nur über sich selbst!

16.4.  Auch ist gehorchen sicherer als befehlen.

17.4.  Dadurch, dass ich töricht mich liebte, habe ich mich selbst verloren.

18.4.  Zieh es vor, unbekannt zu bleiben.

19.4.  Sieh doch, wie fern du noch bist von der wahren Liebe und Demut, die über keinen Menschen zornig oder unwillig werden kann als nur über sich selbst.

20.4.  Eine Versuchung zeigt uns unseren Wert.

21.4.  Viel tut der, der etwas gut tut.