wie bereits berichtet, sind seit Beginn der neuen Ratsperiode im vergangenen Jahr die Kempener Geschichts- und Heimatvereine nicht mehr im Bau- und Denkmalausschuss vertreten. Damit endet eine in mehr als 40 Jahren bewährte Tradition von Teilhabe, Austausch, Transparenz und Zusammenarbeit. Eine kürzlich von der Verwaltung den Vereinen zugegangene Begründung verweist auf den Wegfall der Verpflichtung aufgrund einer Novellierung des Denkmalschutzgesetzes und den Abbau von Beratungsprozessen zur Steigerung der Effizienz und Beschleunigung der Verfahren. Die fünf betroffenen Vereine sind sich einig, dass man für die Wiederherstellung des früheren Zustandes weiterhin kämpfen muss. Sicherlich entspricht das auch dem Geist aller Verlautba-rungen von Verbänden und Experten für den Denkmalschutz, die Einschränkungen im Denkmalrecht und in der Denkmalpflege sowie den Mitwirkungsmöglichkeiten an-prangern.
Für „Denk mal an Kempen“ ergeben sich weitere Fragestellungen. Der Verein ging aus einer 2014 gegründeten gleichnamigen Bürgerinitiative hervor. Sie entstand wegen der Planungen von Abriss- und Neubau-Maßnahmen in Bereich der Peterstraße. Erreicht wurde, dass die Fassade eines eingetragenen Denkmals erhalten blieb. Seitdem hat sich auch an anderen Stellen die Altstadt massiv verändert, insbesondere im Bereich der Ellenstraße. Dort ist die Bebauung deutlich in die Höhe gewachsen. In der vorletzten Ausgabe unserer Zeitung berichtete Patrick Jülich von den Einrichtungen der ev. Kirchengemeinde im Kohnes‘schen Haus, dem Eckhaus an der Burgstraße und Enger-straße (Berlinhaus). Dort befanden sich bis 1910 eine ev. Kirche und eine ev. Schule. Eine Abrissgenehmigung wurde inzwischen erteilt, Neubaupläne gibt es. Die Öffentlichkeit wurde nicht einbezogen. Die Verwaltung hat den Vereinen empfohlen, sich als sachkundige Bürger der Fraktionen Sitz und Stimme im Ausschuss zu verschaffen. Patrick Jülich, stellv. Vorsitzender unseres Vereins SPD) und Achim Ewertz, Vorsitzender des Heimatvereins Schmalbroich (CDU) hatten das bereits getan und könnten als Vorbild gedient haben. Ina Germes-Dohmen (Geschichts- und Museumsverein) ist Ratsmitglied der CDU. In der vergangenen Sitzung stellte die SPD eine schriftliche Anfrage zu dem Bauvorhaben. Fragen und Antworten sind im Ratsinformationssystem nachzulesen. Sicherlich wäre eine öffentliche Diskussion über öffentlich gemachte Planungen wünschenswert gewesen, natürlich unter Sitzungsbeteiligung der Vereine und das selbstverständlich vor Erteilung einer Abrissgenehmigung.
Die Altstadt und ihr besonderer Charakter verändern sich zunehmend. Auch wenn das Kohnes’sche Haus kein eingetragenes Denkmal ist, es ist ein Haus mit Bedeutung für die Geschichte der Stadt Kempen, über dessen Erhalt und Gestaltung, dessen Unterschutzstellung und Sanierung man hätte diskutieren können. Diskutabel wäre wohl auch die Frage der Gestaltung dieses sensiblen Ortes im Kempener Stadtbild.
Meinem gestrigen Bericht ist zu entnehmen, mit welchem Einsatz wir uns in den Ferien um die Burg gekümmert haben. Das war schon in den vergangenen Monaten der Fall. Seit mehr als zwei Jahren haben wir einen Kooperationsvertrag mit der Stadt. Ein Blick in die Satzung unseres Vereins „Denk mal an Kempen“ zeigt die Vielfalt der Arbeitsgebiete des Vereins. Die Fokussierung auf ein Thema führt zur Vernachlässigung anderer Bereiche.
Leider bin ich in der kommenden Woche in Urlaub. Der nächste jour fixe, der sich mit dem Thema „Zukunft des Vereins“ beschäftigen wird, findet am ersten Montag im Oktober, also am 5. Oktober statt.
Für unsere Veranstaltungen in der Burg am Sonntag, dem 13. 9. suchen wir dringend Helferinnen und Helfer. Viele derer, die sich immer wieder zur Verfügung stellen, sind andernorts schon dabei, verreist oder aus anderen Gründen. verhindert. Wer am 13.9. Zeit und Lust hat, sich für den Denkmalschutz und unsere Burg einzusetzen, melde sich bitte auf diesem Wege an. Führungen finden ab 11.00 Uhr statt. Die Veranstaltung endet um 17.00 Uhr. Auch Anmeldungen für einen kürzeren Zeitraum sind willkommen.
Weierhin suchen wir Burgbilder. Gemälde, Abbiildungen etc.
Heinz Wiegers, 4.9. 2026
